Prognose

LANXESS geht davon aus, dass die leichte Erholung der globalen Wirtschaft auch im weiteren Jahresverlauf anhalten wird. Die Unsicherheit über die Ausprägung dieser Erholung ist jedoch aufgrund der sich zuspitzenden geopolitischen Krisen, insbesondere in der Ukraine und im Nahen Osten, gestiegen. Hinzu kommen reduzierte Konjunkturerwartungen unter anderem für Europa.

Für die verschiedenen Regionen gehen wir von folgenden Entwicklungen aus: Die Wachstumsrate für China sehen wir weiterhin bei 7,5 % und damit im Rahmen der Erwartungen. Für die USA rechnen wir mit einer leichten Verbesserung und heben unsere Wachstumsannahmen von zuvor 1,5 % auf 2,0 % an, was jedoch weiterhin unter den ursprünglichen Erwartungen liegt. Das Wachstum in Europa sehen wir dagegen jetzt mit 1,0 % noch etwas schwächer voraus als in den vergangenen Monaten mit 1,5 %. In Lateinamerika und hier insbesondere in Brasilien wird die schwache wirtschaftliche Entwicklung in 2014 aus unserer Sicht anhalten.

Neben den genannten Risiken stellen die anhaltend schwierige Finanzsituation der europäischen Staaten und Banken sowie ausfallbedrohte Kredite chinesischer Banken mögliche weitere belastende Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung dar.

In der chemischen Industrie wird die Entwicklung aus unserer Sicht weiterhin robust sein, wenn auch etwas schwächer als ursprünglich angenommen. Die höchste Dynamik ist in den aufstrebenden Regionen zu erwarten. China wird aus unserer Sicht der Wachstumsschwerpunkt bleiben. Die Wachstumserwartung für die USA reduzieren wir für 2014 auf 1,5 % und sehen damit ein deutlich geringeres Wachstum als ursprünglich prognostiziert. EMEA sollte sich mit 1,5 % weiterhin im Rahmen der bestehenden Erwartungen entwickeln.

Bei unseren Kundenindustrien gehen wir für die Automobilproduktion von einem etwas geringeren Wachstum aus, insbesondere bedingt durch die Entwicklung in Russland, Brasilien und Indien. Entsprechend liegt unsere Wachstumserwartung für die Automobilproduktion jetzt bei 3,0 %, nach zuvor 3,5 %.

Für die Reifenindustrie sehen wir durch die prognostizierte schwächere Entwicklung der Automobilproduktion und unter der Annahme, dass sich die Entwicklung im Bereich der Ersatzreifen abschwächt, ebenfalls ein leicht schwächeres Wachstum voraus. Deshalb reduzieren wir unsere Erwartungen für 2014 von zuletzt 3,5 % auf 3,0 %. Für den chinesischen Wirtschaftsraum gehen wir vor dem Hintergrund der Diskussion in den USA über Strafzölle für Reifen aus China von einer geringeren Produktion aus und senken unsere Wachstumserwartung von 9,0 % auf jetzt 7,0 %. Für EMEA bleibt die Wachstumserwartung bei 1,5 % und liegt damit immer noch deutlich über den ursprünglichen Erwartungen. In den USA sehen wir weiterhin ein Wachstum im Rahmen unserer Erwartungen voraus.

Der Markt für Agrochemikalien sollte im weiteren Jahresverlauf eine anhaltend robuste Nachfrageentwicklung aufweisen.

Für die Bauindustrie rechnen wir im weiteren Jahresverlauf mit einem langsameren Wachstum. Die chinesische Bauindustrie sollte sich trotz etwas schwächeren Wachstums im Rahmen der Erwartungen entwickeln. Für EMEA gehen wir aufgrund der genannten Krisen von einem etwas geringeren Wachstum aus. Für die Bauindustrie in den USA sehen wir eine anhaltend gute Entwicklung des Wohnungsbaus, aber eine schwächere Entwicklung der Investitionen in die Infrastruktur außerhalb des Wohnungsbaus als ursprünglich angenommen. Daher erwarten wir für die USA jetzt insgesamt ein etwas geringeres Wachstum.

Für unsere Geschäftsbereiche erwarten wir im weiteren Jahresverlauf folgende Entwicklungen:

In unseren Geschäften mit synthetischem Kautschuk, die eng mit der Automobil- und Reifenindustrie verbunden sind, gehen wir von einem weiterhin herausfordernden Wettbewerbsumfeld aus und rechnen mit anhaltendem Preisdruck. Dadurch sehen wir für die verbleibenden Monate des laufenden Jahres für unser Segment Performance Polymers, insbesondere für die Geschäftsbereiche mit synthetischem Kautschuk, eine gedämpfte Entwicklung voraus.

Im Bereich Agrochemikalien rechnen wir im weiteren Jahresverlauf mit einer anhaltend robusten Nachfrageentwicklung, die zu einer erfreulichen Entwicklung unserer Geschäftsbereiche im Segment Advanced Intermediates führen sollte.

Das erwartete Wachstum in der Bauindustrie sollte trotz der angenommenen Abschwächungen unser Geschäft mit anorganischen Pigmenten im Segment Performance Chemicals weiterhin unterstützen und hier zu einer guten Entwicklung führen können.

Unsere wesentlichen Investitionen fokussieren wir auf die Umsetzung unserer bereits deutlich fortgeschrittenen Wachstumsprojekte in China und Singapur. Die Höhe unserer auszahlungswirksamen Investitionen erwarten wir aufgrund dieser Projekte im laufenden Jahr in etwa auf Vorjahresniveau. Nach Fertigstellung dieser Produktionsanlagen streben wir eine Reduktion des Investitionsvolumens an und werden uns auf Maßnahmen für die Instandhaltung und Effizienzerhöhung konzentrieren.

Das im Juli eingeleitete dreistufige Programm zur Neuausrichtung von LANXESS wird konsequent vorangetrieben. Im Zuge der Umsetzung der ersten Stufe zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der Geschäfts- und Verwaltungsstruktur legt LANXESS mit Wirkung zum 1. Januar 2015 verschiedene Geschäftsbereiche zusammen und reduziert deren Zahl von 14 auf 10. Zudem wird die Verwaltung weltweit durch funktionsübergreifenden Stellenabbau und die Konsolidierung einzelner Bereiche verschlankt.

Darüber hinaus leitete LANXESS bereits Maßnahmen der zweiten Stufe ein, die im Verlauf des Jahres 2015 weiter umgesetzt werden. Mit „Exzellenz-Initiativen“ soll die operative Wettbewerbsfähigkeit in den Bereichen Produktion und Vertrieb optimiert werden. Alle Produktionsanlagen werden mit Blick auf Markterfordernisse und Synergien überprüft. Auf der Vertriebsseite soll durch die Analyse der regionalen Strukturen die Effektivität und Effizienz der Organisation erhöht werden.

Der Schwerpunkt für die Umsetzung der dritten Stufe der Neuausrichtung „Wettbewerbsfähigkeit des Geschäftsportfolios“ liegt dann in den Jahren 2015 und 2016.

Wir bestätigen unsere Prognose für das Gesamtjahr 2014 und erwarten weiterhin ein EBITDA vor Sondereinflüssen in der Bandbreite von 780 bis 820 Mio. €. Erste Einsparungen aus dem Programm zur Neuausrichtung in Höhe von 20 Mio. € werden dabei für das vierte Quartal erwartete zusätzliche Belastungen abmildern.

Für weitere Erläuterungen verweisen wir auf die Darstellungen im zusammengefassten Lagebericht von LANXESS AG und LANXESS Konzern für das Geschäftsjahr 2013 auf den Prognosebericht des Geschäftsberichts 2013.